Zulassungsvoraussetzungen

zur Steuerberaterprüfung

Jährlich streben ca. 5.000 Examenskandidaten den Beruf des Steuerberaters an. Um den Beruf des Steuerberaters ausüben zu können bzw. zur Prüfung zugelassen zu werden, müssen allerdings einige Voraussetzungen erfüllt sein, welche Sie nachstehend erfahren.

Sollten Sie hierzu Fragen haben, wenden Sie sich bitte telefonisch an unser kompetentes AWS-Team, welches Ihnen bei allen Fragen behilflich sein wird. Bei Sonderfällen und Einzelfallprüfungen wenden Sie sich bitte an die für Sie zuständige Steuerberater-Kammer. Die Kontaktadressen finden Sie in unserem Merkblatt zur Zulassung.

Den Antrag zur Zulassung sowie weitere wichtige Dokumente finden Sie in unserer Rubrik Downloads.

I. VORBILDUNG
Ein Bewerber wird zur Steuerberaterprüfung zugelassen, wenn er:

  1. ein wirtschaftswissenschaftliches oder rechtswissenschaftliches Hochschulstudium oder ein Hochschulstudium mit wirtschaftswissenschaftlicher Fachrichtung erfolgreich abgeschlossen hat und danach in einem bestimmten Umfang auf dem Gebiet der von den Bundes- oder Landesfinanzbehörden verwalteten Steuern praktisch tätig gewesen ist. Die Dauer der nachzuweisenden praktischen Tätigkeit ist abhängig von der Regelstudienzeit des abgeschlossenen Studiums. Bei einer Regelstudienzeit von mindestens acht Semestern ist eine zweijährige praktische Tätigkeit erforderlich; bei weniger als acht Semestern Regelstudienzeit sind drei Jahre nachzuweisen (§ 36 Abs. 1 Nr. 1 und Nr. 2 StBerG) oder
  2. eine Abschlussprüfung in einem kaufmännischen Ausbildungsberuf bestanden hat oder eine andere gleichwertige Vorbildung besitzt und nach Abschluss der Ausbildung zehn Jahre auf dem Gebiet der von den Bundes- oder Landesfinanzbehörden verwalteten Steuern praktisch tätig gewesen ist. Die Dauer der praktischen Tätigkeit verkürzt sich auf sieben Jahre, wenn der Bewerber zusätzlich die Fortbildungsprüfung zum geprüften Bilanzbuchhalter oder Steuerfachwirt bestanden hat (§ 36 Abs. 2 Nr. 1 StBerG).
  3. über keine kaufmännische Ausbildung oder eine andere gleichwertige Vorbildung verfügt, jedoch als geprüfter Bilanzbuchhalter oder Steuerfachwirt mindestens einer siebenjährigen praktischen Tätigkeit auf dem Gebiet der von den Bundes- oder Landesfinanzbehörden verwalteten Steuern nachgegangen ist. Allerdings muss die gesamte praktische Tätigkeit nach der erfolgreichen Fortbildungsprüfung liegen.
  4. in der Finanzverwaltung als Beamter des gehobenen Dienstes oder als vergleichbarer Angestellter mindestens sieben Jahre als Sachbearbeiter oder in mindestens gleichwertiger Stellung praktisch tätig gewesen ist, wenn nicht bereits eine Zulassung wegen Erfüllung anderer Zulassungsvoraussetzungen möglich ist (§ 36 Abs. 2 Nr. 2 StBerG).

 

II. PRAKTISCHE TÄTIGKEIT

  1. Praktische Tätigkeiten genügen den gesetzlichen Anforderungen, wenn mindestens 16 Wochenstunden auf dem Gebiet der von den Bundes- oder Landesfinanzbehörden verwalteten Steuern nachgewiesen werden. Damit ist der Kernbereich der Berufstätigkeit eines Steuerberaters gemeint, d. h. die Beschäftigung mit dem Steuerrecht muss der Inhalt der Tätigkeit des Bewerbers sein, § 36 Abs. 3 StBerG. Einrichtung der Buchführung, vorbereitende Abschlussbuchungen und die Anfertigung von Jahresabschlüssen sind ebenfalls zu berücksichtigen.
  2. Der Grundwehrdienst oder der entsprechende Zivildienst ist auf die erforderliche Zeit der praktischen Tätigkeit anrechenbar, soweit eine Dauer von sieben oder zehn Jahren nachzuweisen ist, und zwar unabhängig davon, wann er abgeleistet wurde. Dies gilt auch für den Wehrdienst als Soldat auf Zeit, wenn die endgültig festgelegte Dienstzeit nicht mehr als zwei Jahre beträgt (§§ 13, 16a Arbeitsplatzschutzgesetz, 78 Abs. 1 Nr. 1 Zivildienstgesetz). In den Fällen des § 36 Abs. 1 Nr. 1 und Nr. 2 StBerG erfolgt keine Anrechnung des Grundwehr- oder Zivildienstes.
  3. Gesetzlicher Mutterschutz ist anrechenbar (sofern die praktische Tätigkeit von dieser Zeit unterbrochen wird), nicht jedoch Erziehungsurlaub.
  4. Im Prüfungsjahr kann der normale/tarifliche/vertragliche Erholungsurlaub des Vorjahres für Unterbrechungen der praktischen Tätigkeit in Anspruch genommen werden.
  5. Nicht anrechenbar sind insbesondere:
    - Unterbrechungen wegen des Besuchs von firmeninternen und -externen Fortbildungsveranstaltungen und Lehrgängen, sowie längerer Krankheit (mehr als drei zusammenhängende Arbeitstage),
    - Beurlaubungen als Zeitausgleich für Überstunden, Bonusumwandlung durch Zeitguthaben,
    - Erziehungsurlaub,
    - sonstige Beurlaubungen (z. B. Sonderurlaub), die über den vereinbarten Erholungsurlaub hinausgehen.

Im Zulassungsantrag ist jede Unterbrechung der praktischen Tätigkeit (die mit einer Unterbrechung des Beschäftigtenverhältnisses nicht identisch sein muss) anzugeben, die über den normalen/tariflichen/vertraglichen Erholungsurlaub hinausgeht. Auch die Inanspruchnahme des Erholungsurlaubes des Vorjahres gilt nicht als Unterbrechung.

Die Kombination von tariflich zustehendem Urlaub des laufenden oder des Vorjahres mit einer Freistellung aus anderen Gründen (z. B. Überstundenausgleich, unbezahlter Urlaub) innerhalb einer Woche führt nicht zu einer anrechenbaren Tätigkeit von 16 Wochenstunden.

 

III. MASSGEBLICHER ZEITPUNKT FÜR DIE ERFÜLLUNG DER ZULASSUNGSVORAUSSETZUNGEN
Die Zulassungsvoraussetzungen müssen grundsätzlich bei Antragstellung erfüllt sein. Ist lediglich die mehrjährige praktische Tätigkeit zu diesem Zeitpunkt noch nicht erfüllt, kann die Zulassung unter der Bedingung ausgesprochen werden, dass diese Voraussetzung spätestens bei Beginn der schriftlichen Prüfung erfüllt und nachgewiesen sein muss (§ 6 Abs. 2 DVStB).

 

Ausführliche Informationen finden Sie in unserem Merkblatt für die Zulassung zur Steuerberaterprüfung.